SCHÖNER WOHNEN

von Ulrike Manestar

 

Wie wohnen und leben wir, worin leben und wohnen wir?

 

Die hier gezeigten Aufnahmen entstanden während meiner zahlreichen Streifzüge durch die Stadt. Sie stammen zum Teil aus bereits bestehenden Serien, zum Teil sind aber auch nur Fragmente neuer zukunftsbezogener Projekte zu sehen. Ideenskizzen, die noch auf eine Konkretisierung warten. Zusammen ergeben sie eine Momentaufnahme der Stadt, kein Stillstand und keine Vergangenheit, da sich die Stadtsituation gerade jetzt rasant verändert.

 

Keine spektakuläre Architektur und keine solzialkritische Atmosphäre soll die Interpretation der Bilder beeinflussen. Alles ist schön und ästhetisch in der Anmutung. Alles ist gut. Oder? Es bleibt jedem selber überlassen, die ihm bekannten und selber schon oft gesehenen Stadtbilder einzuordnen.

 

Die Bildwand scheint in ihrer Kompatkheit im ersten Moment zu überfordern, zu viele unterschiedliche Eindrücke – kann ich mich auf jedes einzelne überhaupt konzentrieren oder wird die Bilderflut zu einem Strom, der an mir vorbeizieht? Sie wirkt wie ein visuelles Gemurmel und hinterlässt am Ende ein Flirren im Kopf.

 

Doch ich muss nur stehenbleiben. Die Fotografie friert für mich einen Moment ein und rückt ihn dadurch stärker ins Bewusstsein. Die flüchtig erblickten Momente entwickeln sich durch das fotografische Standbild zu einem Monument, vor dem man steht und sich fragt: warum?

 

(Aktuell besteht die Präsentation aus 74 Aufnahmen.)

 

 

VERDICHTUNG

von Ulrike Manestar

 

Zur Zeit entstehen im Stadtkern Nürnberg/Fürth unzählige Neubauten an jeder freien oder freigemachten Ecke. Ganze Stadtviertel entstehen in kürzester Zeit. Aus der gewachsenen Stadt wird immer mehr eine geplante Stadt. Was früher Generationen gedauert hat, wird heute in Monaten als Realität verkauft.

 

Denn Wohnraum zählt zum höchsten Gut. Immer mehr Menschen sollen immer besser in der Stadt leben können. Wo heute noch eine freie Fläche war, kleine Industrieareale oder einfach nur „alte” Häuser das Stadtbild prägten, stehen morgen plötzlich riesige moderne Wohnareale vor deinem Fenster. Eine geklonte Wohlfühlatmosphäre, entstanden in den Köpfen von Städteplanern, Architekten und Bauträgern.

 

Die hier gezeigten Arbeiten zeigen diese Verdichtung anhand von digitalen Bildmontagen zweier zeitlich weit auseinanderliegenden Aufnahmen – der vorherige Freiraum und die jetzt geschaffene Realität.