> Fotoexkursion: Horten

Horten, Merkur, Kaufhof. Das große mehrstöckige Kaufhaus im Süden Nürnbergs hatte schon viele Namen und viele Besitzer. Sein ursprünglicher Name lautet aber Schocken und war eines von mehreren Warenhäusern des sächsischen Unternehmens I. Schocken Söhne. Doch 2012 war endgültig Schluss, das Kaufhaus wurde geräumt und steht seitdem leer. Seine Zukunft ist ungewiss, wahrscheinlich wird es abgerissen. 2013 hatte ich nach langen Verhandlungen die Möglichkeit in diesen Etagen einen Fotoworkshop durchzuführen. Die großen leeren Hallen strömen eine Melancholie und morbide Ästhetik aus, die auch die Kursteilnehmer gefangen nahm. 

Hier einige Aufnahmen von mir, die vor allem auch die „Mobilität” innerhalb des Kaufhauses zum Thema machen. Zum einen die Rolltreppen, aber vor allem die imposante, in seiner Bauweise einzigartige Treppe, die die Stockwerke in der Mitte des Kaufhauses miteinander verbindet. Das Herzstück, das jetzt durch die Leere besonders gut zum Tragen kommt.

 

> Fotoexkursion: Auf AEG

Seit Mai 2012 nutze ich immer wieder die Möglichkeit Auf AEG zu fotografieren. Mein Augenmerk lege ich hierbei nicht auf die Revitalisierung des Geländers, sondern auf die Spuren der Vergangenheit, die jedoch bei jedem Besuch weniger werden. Im Fokus steht für mich die ursprüngliche Industrie- und Arbeitsarchitektur im Gebäude, die das berufliche Leben der Mitarbeiter jahrzehntelang geprägt hat. Ein Zweckbau mit einem ganz besonderen Charme. Bei jeder fotografischen Exkursion nehme ich mir ein Thema, eine konzeptionelle Umsetzung vor. Das Ziel ist nicht eine fotografische Dokumentation, sondern eine ästhetische Auseindandersetzung mit der vorgefundenen Industriearchitektur.  

(Ulrike Manestar)

 

part V: Fokusierung

part IV: Veränderung

part III: Kontakt

part II: Umgebung

part I: Bedeutung

> Fotoexkursion: Nürnberger Volksbad

„Relativ spät entschloss man sich, auch in Nürnberg ein Volksbad zu errichten. Nachdem sich die Kollegien einig waren, beauftragte man 1900 den Ingenieur Friedrich Küfner mit der Planung einer solchen Einrichtung. Als Bauplatz war das Gelände des alten Gaswerks an der Rothenburger Straße vorgesehen. Dass das Gebäude erst 1913 fertig gestellt wurde, ist auf Probleme beim Abriss der Industrieruine, sowie Schwierigkeiten hinsichtlich der Warmwasserversorgung zurückzuführen.

Nachdem Stuttgart (seit 1889), München (1901) und Augsburg (1903) bereits eine städtische Badeanstalt besaßen, konnte am 2. Januar 1914 auch in Nürnberg ein Volksbad eröffnet werden. Der Jugendstilbau wurde mit zwei Schwimmhallen für Männer und Frauen, 66 Wannenbädern, 14 Duschen, einem Dampfbad sowie Frisier- und Erfrischungsräumen ausgestattet. Ein Hundebad war ebenfalls integriert.

Nach seiner teilweisen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Jugendstilbad bis 1959 wieder aufgebaut und war in den 1960er Jahren bei der Bevölkerung sehr beliebt. Doch das Volksbad bekam in den 1970er Jahren Konkurrenz durch andere, modernere Hallenbäder. Trotz der Sanierungsarbeiten im Jahr 1988 wurde die Badeanstalt 1994 wegen Unrentabilität geschlossen. Seitdem liegt die Nürnberger Jugendstilperle im Dornröschenschlaf.”

 

> Fotoexkursion: Kongresshalle

Die Kongresshalle ist der größte erhaltene nationalsozialistische Monumentalbau in Deutschland und steht unter Denkmalschutz. Der Entwurf mit einem freitragenden Dach stammt von den Nürnberger Architekten Ludwig und Franz Ruff. Die Halle war als Kongresszentrum für die NSDAP mit Platz für 50.000 Menschen geplant. Von der vorgesehenen Höhe von rund 70 Metern wurden nur 39 erreicht. Der größte Teil des Baus ist aus Ziegelsteinen gemauert, die Fassade wurde mit großen Granitplatten verkleidet. Die Architektur, insbesondere der Außenfassade, orientierte sich u. a. am Colosseum in Rom. Das U-förmige Gebäude schließt an der Ostseite zum Dutzendteich hin mit zwei Kopfbauten ab. Die Grundsteinlegung erfolgte 1935, der Bau blieb jedoch unvollendet, insbesondere kam es nicht mehr zur Überdachung.

Soweit die Theorie. Hier einige Aufnahmen aus der Praxis, meinem Fotoworkshop in der Kongresshalle, Bayernstraße 100 in Nürnberg.