Grenzen

 

Grenzen und Abgrenzungen in der Architektur. Sichtbare und unsichtbare Grenzen, die immer auch eine Nachbarschaft voneinander trennt. Zum einen die „Lichtgrenzen” – nicht haptisch, aber ebenso real. Die „Mauergrenze“ zwischen zwei benachbarten Wohnblöcken – eine am Ende nicht mehr sichtbare Grenze.

Und schließlich die Abgrenzung der neuen Siedlung zur bisher bestehenden. Die Sichtbarkeit dieser Grenze ist abhängig vom Feingefühl des Architekten und der sozialen Kompetenz der Bauherren.

 

Verortung

 

Die Bilder erzählen von Erwartungen, Hoffnungen und der Realität. Wer bin ich und wo gehe ich hin. Das Leben als ein Strom von Banalitäten mit den immer gleichen Bildern, durchbrochen von Träumen und dem Gedanken – morgen, ja morgen.
Die von mir gezeigte Bilderserie ist aufgeteilt zwischen dem täglichen Blick nach Außen und dem darin stattfindenden Leben innen als Portrait. Ein intimer Moment der Gegenwart.

 

„Wir können keinen Schritt tun, ohne zu wissen, warum. Wenn wir den Grund vergessen haben, bleiben wir stehen. Erst wenn wir wieder wissen, was wir wollten, gehen wir weiter. Wir müssen, um handeln zu können, verstehen, was wir wollen und tun.”

 

Zeit und Zeitlichkeit 

 

Es gibt verschiedene Formen von Nachbarschaft. Die räumliche, die soziokulturelle, die inhaltliche, aber auch die zeitliche Komponente, wie sie hier in diesen Blumenstillleben gezeigt wird.

Die Entwicklung von der Knospe zur üppig blühenden Blume hin zum leeren Stengel wird eingefangen in einem Motiv. Kein Zeitraffer, aber der Versuch, der parallelen Existenz von Leben und Vergänglichkeit, von Schönheit und Verfall eine Plattform zu geben. Der Anfang und das Ende. Eine untrennbare Nachbarschaft im Takt der Zeit. Verwoben zu einer Einheit, getragen von Harmonie und Ästhetik.

 

Die Aufnahmen schaffen es, die Betrachtung von Zeit und Zeitlichkeit in einem Bild zu vereinen. Transparente Übergänge erzeugen eine Uneindeutigkeit, die in der Gesamtheit keine Wehmut aufkommen lassen, sondern den Betrachter in einen poetischen Kontext führen.

 

Begegnung mit Prag 2015

Stadtgeschichten

 

Fern von den üblichen Stadtabbildungen, die wir aus zahlreichen Bildbänden und Reiseführern kennen, zeigen diese Aufnahmen ungewöhnliche An- und Einsichten einer Stadt. Kleine Geschichten, die uns aufhorchen lassen – kurze Momente, die uns in Staunen versetzen.

 

mono:ich

 

Das Zuhause als Lebensmittelpunkt, als Hort unserer Persönlichkeit, aber auch das Symbol unserer sozialen und kulturellen Positionierung. Der moderne Wohnungsbau diktiert uns immer stärker eine Gleichförmigkeit, der wir Akzente der Individualität entgegensetzen. Gleich, aber doch nicht dasselbe.

Das Zusammenspiel mit dem Naturstillife schafft eine Analogie, die dem visuellen Gefühl gegenüber

der Architektur Ausdruck gibt ohne Worte.

 

endlich und unendlich

 

Die großformatigen Fotografien beinhalten Bildmontagen und ähneln Werbeplakaten. Die Abbildungen beinhalten Haushaltsgegenstände, die aus nachwachsenden unendlichen Rohstoffen gefertigt wurden, in der Gegenüberstellung mit Gebrauchsgütern gefertigt aus Plastikprodukten aus dem endlichen fossilen Rohstoff Erdöl. Bei den auf gleichem Hintergrund abgelichteten Objekten werden nur minimale Formunterschiede sichtbar. Unterschiede, die es uns ermöglichen, die Alternative zur Resourcenverschwendung zu wählen.

Die Aufnahmen sind im Zusammenhang mit dem BRITA Kunstpreis 2015 entstanden und waren mit den anderen Finalisten im Kunsthaus Wiesbaden in der Ausstellung zu sehen.

 

Eine Ortsbeschreibung.

 

Die 6-teilige Fotoserie war im Zusammenhang mit dem Ausstellungsprojekt „Weltraum” der fotoszene nürnberg e.V. 2013 zu sehen. Thematisiert wurden hier Innenhöfe, die meist nur den Zweck des Autoparkplatzes erfüllen, jedoch viel mehr Gedanken und Stimmungen projezieren, wenn man sich auf das wesentliche konzentriert. Die Serie gehört zu meinem Langzeitprojekt Stadtgeschichten.

 

Nachbarschaft  – Wohnen am Waldrand

 

Die unmittelbare Nachbarschaft des Waldes ist für den Stadtmenschen faszinierend und beängstigend zugleich. Der Blick aus dem Fenster auf eine grüne Wand, eine Schutzglocke, aber auch eine natürliche Blockade auf die Existenz dort draußen. Die fotografische Perspektive aus dem dunklen Wohnraum auf den grünen monotonen Wald spiegelt dieses bivalente Gefühl wieder. Es ist der Blick auf eine grüne undurchdringliche Nachbarschaft, beobachtend und erwartungsvoll. Der bewusste Verzicht auf künstliche Lichtquellen im Wohnraum schafft eine Distanz und betont die voyeuristische Atmosphäre im gleichen Maße. Vier der Arbeiten erhielten 2015 eine Auszeichnung im Europäischen Architekturfotografie-Preis archtitekturbild.

 

Langzeitprojekt: Was Menschen bewegt – for what they are used for

 

Ein fotografisches Thema, das mich schon seit längerer Zeit beschäftigt, in seiner Vielfältigkeit und Facettenreichtum. Diesmal sind es die „Besen” auf den Friedhöfen. Sie werden verwendet, um die Grabplatten und Steinumrandungen der Gräber sauber zu halten. Mit großem Vertrauen werden sie auf dem Friedhof deponiert, beinahe wie Skulpturen stehen sie in der Landschaft. Von Fremden benutzt, aber immer wieder an ihrem Ursprungsort zurückgelegt. Sie verändern ihr Aussehen im Laufe der Zeit und mit den Jahreszeiten. Und irgendwann sind sie Vergangenheit – aber es kommt immer wieder ein neuer... immer.

 

Reminiszenzen – was vom Wald noch übrig blieb

 

4-teilige Fotoserie zum Thema Wald|Raum des Evers-ReForest Landschafts- und Naturfotografie-Wettbewerbs 2011. Die vier Arbeiten wurden mit einer lobenswerten Erwähnung ausgezeichnet und im Bildband zum Wettbewerb veröffentlicht.

zur Erinnerung

 

Einer meiner frühen Serien von 2004 beschäftigt sich mit dem Arbeitsplatz der Menschen. Ermöglicht durch die unmittelbare Nähe zu den Braun Camerawerken enstand diese kleine Werkserie, analog, auf Polaroidmaterial 18x24 cm und mit der Fachkamera. Spuren einer Arbeitswelt nach Auflösung der Firma, der Rest einer jahrzentelangen Existenz.