> Fotoausstellung: BOESE

Gut und Böse bedingen sich wie Licht und Schatten, eines von beiden kann niemals für sich alleine stehen. Religion, Ethik und vereinbarte Gesetze bieten uns hierzu gültige und tradierte Wertemuster an. Die individuelle Justierung wird durch Erziehung, Herkunft und das kulturelle Umfeld definiert. Kann man dies auch mit Fotos darstellen? Sind wir nicht mit Bildern zu diesem Thema bereits überflutet worden oder gar vollkommen abgestumpft und gelangweilt? Die Fotografinnen und Fotografen der fotoszene nürnberg e.V. haben sich mit der Begrifflichkeit BOESE auseinandergesetzt und stellen ihnen außergewöhnliche Bildmomente vor. Zu sehen im Galerieraum der fotoszene im Defethaus, Gustav-Adolf-Straße, geöffnet jeden Samstag von 12 bis 15 Uhr.

 

Ausstellungsprojekt von Ulrike Manestar zu BOESE:

Was bleibt uns bei der Begegnung mit Fremden, wenn wir weder deren Lebensgeschichte kennen, noch auf die Hilfestellung bauen können, die uns der soziale und kulturelle Kontext bei der Begegnung liefert? Es bleibt uns nur das äußere Erscheinungsbild um innerhalb von wenigen Sekunden eine passende Schublade zu finden, in die wir diesen Menschen stecken können. Unsere Wahrnehmung ist geprägt von unseren Erfahrungen, unsere Urteilsfähigkeit ist gesteuert durch unsere Vorurteile. Wie hat ein guter Mensch auszusehen, wie sieht ein böser Mensch aus? Oder andersherum gefragt – ist nicht jeder Mensch gut und böse?

Bei dieser Portraitserie habe ich nur Menschen fotografiert, die ich vorher nicht kannte. Denen ich begegnet bin und die ich für den Aspekt BOESE interessieren konnte. Das Posing sollte neutral sein, ohne Lächeln oder emotionaler Mimik, aber trotzdem entspannt. Ein Moment im Leben.